Ausflüge

Als alter Westberliner hat man den Fall der Mauer natürlich begrüßt, weil dadurch der Aktionsradius für eigene Aktivitäten plötzlich ungleich größer wurde. Die nur 500 m vom eigenen Haus entfernte Mauer war das Hemmnis, dass unsere Freizeitgestaltung und Erholungskultur lange Zeit erschwert hat.

Anfangs sind wir noch mit dem Auto durch das Berliner Umland gebraust und haben schon kurz nach der Wende viel Kultur „getankt“. Das war wichtig, um einen großen Teil unserer regionalen Geschichte „live“ zu erleben. Inzwischen sind wir auf die Erkundung per Fahrrad umgestiegen: sei es, um z. B. in der Berliner Innenstadt irgendetwas zu besichtigen, sei es, um – manchmal in Kombination mit dem Auto und dessen Fahrradträger – Sehenswürdigkeiten oder einfach nur Natur pur im Land Brandenburg zu erforschen.

Die Ideen für unsere Ausflüge suchen wir uns aus unterschiedlichen Quellen. Zunächst einmal das eigene Gedächtnis: als wir zur Schule gingen gab es noch das Fach Heimatkunde, wo man Vieles aus der Landeskunde, der Geschichte und der Geografie über Berlin und Brandenburg lernen konnte. Kurz nach der Wende war das World Wide Web noch nicht so weit entwickelt, dass man auf andere Informationsquellen angewiesen war. Hier war vor allem eine Taschenbuchreihe aus dem Verlag des TAGESSPIEGELs hilfreich, die eine große Anzahl von Wanderungen durch die Mark Brandenburg – aber auch Berlin – beschrieb. In dieser Zeit boomte der Markt an Taschenbüchern aus diesem Sektor enorm. Auch heute noch findet man beim Tagesspiegel eine große Auswahl an Büchern, die Wanderungen, Radtouren und Ausflüge mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln beschreiben (hier sollte man nachschauen).

Eine große Hilfe waren uns auch die Wanderbücher aus dem KlaRas-Verlag aus Berlin-Lichtenrade. Das Ehepaar Rasmus betreibt einen kleinen Verlag, der liebevoll erstellte (Rad-) Wanderbücher erstellt, die sich hervorragend als Ideenlieferanten für eigene Unternehmungen erwiesen haben. Schon als niemand über GPS redete, waren die Internetseiten des Verlags eine wahre Fundgrube für Unternehmungen in Berlin und Brandenburg. Besonders hervorzuheben ist, dass die Autoren sämtliche Wanderungen und Radtouren selbst ausprobiert haben – also wussten, wovon sie redeten und was sie ihren Lesern antun würden, wenn irgendetwas nicht stimmte. Heute kann man auf der Webseite des Verlags auch zu vielen Touren GPS-Tracks herunterladen, mit denen man – sofern man über ein GPS-Gerät verfügt – sich problemlos auf den empfohlenen Tourenstrecken navigieren lassen kann.

Sehr hilfreich sind auch die Bücher aus der Bikeline-Serie des Esterbauer-Verlags. Die blauen Bücher in dem außergewöhnlichen Querformat sind bei Radfahrern mittlerweile Kult und sind darüber hinaus auch außerordentlich beliebt. Über Berlin ist das Angebot recht mager, aber größere Radtouren um und in der Nähe von Berlin sind hier ausreichend beschrieben: der Spreeradweg, der Radweg Berlin-Usedom, der Radweg Berlin-Kopenhagen, der Oder-Neisse-Radweg usw. Es werden auch diverse Radwanderbücher für das Land Brandenburg angeboten.

Im Land Brandenburg hat sich in den vergangenen Jahren der Tourismus unglaublich entwickelt – zumindest in einigen Regionen ist der Tourismus recht weit auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung wird von der Landesregierung (bisher) auch unterstützt, sodass statistisch positive Entwicklungsrendenzen spürbar sind. Hier ist das Internet-Portal Reiseland Brandenburg als vorbildlich zu erwähnen, das zahlreiche Informationen über die Regionen bereit stellt.