Garmin eTrex 30

Nachdem mein Garmin eTrex legend HCx aus heiterem Himmel seinen Geist aufgegeben hatte – natürlich schon lange nach Ablauf der Herstellergarantie -, überlegte ich lange, was für ein GPS-Gerät ich als nächstes kaufen sollte. Mit fiel nichts anderes dazu ein, als wieder ein Garmin-Gerät zu kaufen, weil ich zum einen mit dem Legend HCx sehr zufrieden war, zum anderen, weil meine gesamte Softwareumgebung auf dem PC auf Garmin ausgerichtet war. Also bestellte ich das eTrex 30, nachdem ich allerhand positive Testberichte gelesen hatte.

Eins muss man vorweg sagen: Wer sich mit GPS-Geräten nicht auskennt, sollte kein Garmin-Gerät kaufen, denn die mitgelieferte Dokumentation ist sehr dürftig. Der interessierte Laie darf nicht erwarten, eine Einführung in den Gebrauch eines GPS-Geräts zu bekommen. In der als PDF mitgelieferten Dokumentation beschränkt man sich darauf, lediglich die Funktionen hinter den zahlreichen Menüs, die von der Oberfläche her aufrufbar sind, anwendungsfrei zu beschreiben. Leider ein riesengroßes Minus crying.

Ansonsten hat sich allerhand getan bei dieser Fortentwicklung der legendären eTrex-Geräte. Ins Auge fällt sofort die neuartige Benutzerführung. Natürlich auch hier das neue Kachel-Design, das MS-Windows-Fans am neuen Windows 8 schätzen oder verfluchen. Hier, auf dem kleinen eTrex 30, macht sich das ganz gut. Einen Touchscreen hat das Gerät zwar nicht, aber dennoch lässt sich die Oberfläche mithilfe des auf der Vorderseite befindlichen Joysticks flüssig bedienen. Die verschachtelten Menüs sind allesamt im Kachel-Design gehalten, sodass keine Brüche in der einheitlichen Bedienung auftreten.

Auffällig ist, dass das eTrex 30 sehr schnell die Satelliten findet. Beim Legend HCx konnte man häufig schon mal losfahren, ohne dass eine GPS-Navigation möglich war. Bei diesem Gerät scheint es so zu sein, dass die letzten Satellitenpositionen gespeichert werden, sodass eine Suche nach den Satelliten effizienter stattfinden kann. Weiterhin ist bemerkenswert, dass der Energieverbrauch des eTrex 30 deutlich optimiert wurde: musste man früher nach ca. 6 Betriebsstunden neue Akkus nachladen, so kann man jetzt 12 Stunden und mehr ohne eine neue Akkuladung auskommen. Praktisch: es können AA Mignonzellen verwandt werden; die von mir benutzten mussten erst nach reichlich langer Betriebsdauer neu aufgeladen werden smiley.

Als eingefleischter Linux-Fan benötige ich nicht die von Garmin mitgelieferte Software: es handelt sich um Basecamp, dem Nachfolger vom Mapsource. Ich habe Basecamp dennoch einmal ausprobiert und fand die Performance des Programms schrecklich (unter Windows XP in einer virtuellen Maschine). Die Kartenausstattung von Hause aus ist äußerst dürftig: man erhält eine wenig detaillierte Übersichtskarte, die völlig unnütz ist. Hier könnte man bei Garmin nachfassen, indem man sich das benötigte Kartenmaterial kauft – jedoch zu horrenden Preisen, die durch nichts gerechtfertigt sind. Allerdings kann man sich bei diesem Gerät, wie auch schon bei den Vorgängermodellen, der Karten aus dem OpenStreetMap-Projekt bedienen. Sie funktionieren einwandfrei, aus jedem Teil der Welt kann man auf entsprechendes Kartenmaterial zugreifen; auf meinem Gerät befindet sich eine detaillierte Europakarte.

Die täglichen Aufgaben lassen sich mit dem eTrex 30 ganz hervorragend lösen: das Aufzeichnen von (gefahrenen) Tracks ist völlig unproblematisch, sie werden im GPX-Format gespeichert. Routen kann man mit dem Gerät planen, sofern man sich eine routenfähige Karte us dem OSM-Projekt auf das Gerät geladen hat, besser bedient ist man aber, wenn man die Routen mit externer Software plant. Auch das Nachfahren von Routen gelingt einwandfrei, kurz bevor man sich einem Punkt mit einer Richtungsänderung nähert, zeigt das Gerät dies mit einem Piepton an.

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