Mühlen und Bahnhöfe

Bekannt ist die Gemeinde Am Mellensee durch die Draisinenfahrten mit der Erlebnisbahn, die man ab Zossen buchen kann. Unsere Rundroute beginnen wir in Klausdorf; reist man mit der Regionalbahn nach Wünsdorf-Waldstadt an, muss man bis hierhin noch ca. 3 km radeln. Mühlen und Bahnhöfe stehen hier im Zentrum des Beitrags.

Streckenlänge 36 km
Wegbeschaffenheit Überwiegend Asphaltstraßen, vereinzelt Platten- und Schotterwege
Routenverlauf Überwiegend ruhige Wegverläufe, wenig Verkehr auf Landstraßen
Nahverkehr R7 von Berlin-Hauptbahnhof nach Wünsdorf-Waldstadt (Fahrzeit ca. 1 Std.)
Höhenprofil

Wir fahren zunächst nach Nordwesten auf der Zossener Straße und biegen gleich darauf nach links in die Bahnhofstraße ein, die uns mit ihrem altertümlichen Kopfsteinpflaster ordentlich durchrüttelt.- es sei denn, man fährt auf dem schmalen Bürgersteig. Wir lassen die Busenberge (66 m) links liegen und erreichen bald den Bahnübergang an der ehemaligen Königlich Preußischen Militärbahn. Diese Eisenbahnstrecke wurde 1875 eröffnet und diente als Verbindung zwischen Berlin und dem Schießplatz Kummersdorf. Dicht am Bahnübergang liegt auch das ehemalige Bahnhofsgebäude von Rehagen. Im Bahnhofsgebäude und auf dem umgebenden Eisenbahngelände haben sich ein Restaurant- und Beherbergungsbetrieb etabliert, der auch kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm hat.

Weiter geht es auf der wenig befahrenen Landstraße nach Nordosten zum Bahnhof Mellensee. Hier biegen wir nach links auf die Straße nach Saalow, dem Dorf der Mühlen, ein. Wir erreichen die Am Wege liegende Paltrockwindmühle, die nicht immer zu besichtigen ist. Etwas weiter, an der Dorfaue von Saalow, steht die Scheunenwindmühle. Diese Mühle ist einzigartig und funktioniert im Prinzip wie eine Windturbine; der Windkanal geht dabei direkt durch das Mühlengebäude. Sie stand ursprünglich in der Nähe von Dresden und wurde 1992 in Saalow wieder aufgebaut, Heute wird sie von einem Mühlenverein bewirtschaftet und gepflegt. Schaut man sich eine Lagekarte von Saalow an, kann man sehen, dass das Dorf ursprünglich ein Rundlingsdorf war.

Hinter Saalow ist nahezu die Welt zuende: Wir fahren bis an das Ende der Dorfstraße und biegen links in den Horstweg ein, der uns den einzigen deutlichen Anstieg auf dieser Tour beschert. Auf der Anhöhe erreichen wir linkerhand den Lazarettfriedhof Saalow. Es handelt sich um eine Kriegsgräberstätte, die an den 1945 eingerichteten Friedhof erinnern soll. Auf der anderen Straßenseite befand sich damals ei Lazarett der Wehrmacht. Später wurden hier Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs untergebracht und gepflegt.

Weiter geht es vorbei an einem DRK-Pflegeheim, das sehr schön im Grünen gelegen ist und gleich neben dem ehemaligen Pflegeheim Freundschaft liegt, dessen Gebäude entfernt an die zu besichtigenden Gebäude der Beelitzer Heilstätten erinnern. Hier endet auch schon der schöne Straßenbelag, nun geht es weiter auf einem Plattenweg. Wir holpern über die Betonplatten nach Gadsdorf. Die kleine Siedlung ist ziemlich langweilig, allerdings hat sich hier ein ordentlicher Widerstand gegen die Einrichtung von Windparks erhoben; die – wenigen – Einwohner möchten nicht durch die doch sehr hohen Windräder zur Energiegewinnung belästigt werden.

Das Dorf ist schnell durchquert und wir erreichen wieder eine Landstraße, die uns nach Alexanderdorf führt. An der Straße liegt links die Benediktinerinnenabtei St. Gertrud. Das 1934 hier gegründete Nonnenkloster zeigt sich nach außen recht offen und präsentiert sich mit zahlreichen religiösen und kulturellen Angeboten.

Gegenüber dem Klostergelände erstreckt sich in einem großen, waldreichen Gebiet das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Kummersdorf. Das Areal ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich (theoretisch) – in der Praxis dürften die Grenzen durchlässig wie ein Schwamm sein. Gefährlich ist es allemal dort hineinzugehen, denn seit 1875 (s. oben) ist hier mit Kriegswaffen experimentiert worden. Ab 1957 befand sich hier auch in einem Bereich des Geländes der Flugplatz Sperenberg, der von der DDR für die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte gebaut wurde.

Der nicht weit entfernte Ort Kummersdorf-Alexanderdorf bietet keine interessanten Sehenwürdigkeiten, wir durchqueren ihn recht schnell, um gleich nach Sperenberg zu kommen. Am Wegesrand lockt uns ein Wegweiser zum Bildhauerbahnhof. Neugierig fahren wir dorthin, bewundern das imposante Bahnhofsgebäude und fragen uns, was in so einem weit von Berlin entfernten Ort in einem solch ansehnlichen Bahnhofsgebäude beheimatet gewesen sein könnte. Das bildhauerhafte an diesem Bahnhof können wir nicht entdecken…

In der Ortsmitte sehen wir einen Hinweis auf die Gipsbrüche und einen in der gleichen Richtung liegenden Aussichtsturm. Die Gipsbrüche haben wir bereits im Rahmen einer anderen Fahrradtour besucht (s. hier). Wir fahren trotzdem die sehr Kopfsteinpflaster lastige Straße entlang, halten uns aber nicht weiter auf und fahren schließlich weiter auf der Landstraße in Richtung Wünsdorf. Die Strecke führt uns durch einen schönen, herbstlichen Wald.

Kurz vor Wünsdorf – in der Siedlung Neuhof – biegen wir nach links ab und umfahren den Großen Wünsdorfer See auf seiner südlichen Seite. Datschen und kleine Siedlungshäuser wechseln sich mit Wald ab. Wir passieren die Wünsdorfer Werkstätten und fahren schließlich über die Landstraße zurück nach Klausdorf.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.