Elberadweg von Dessau nach Prag

Von Meissen nach Stadt Wehlen

Die zu erwartende Hitze lässt uns heute recht früh aufbrechen. Nach einer halsbrecherischen Fahrt vom Hotel in die Altstadt wechseln wir wieder auf den rechtselbischen Radweg und fahren mit Rückenwind in Richtung Südwest. Wir halten uns nicht großartig unterwegs auf, sondern fahren schnurstraks nach Radebeul. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher nach Kötschzenbroda. Der Ort ist vielleicht in Deutschland dadurch bekannt geworden, dass Bully Buhlan den Ort in seinem Coversong – das Original ist der Chatanooga ChooChoo von Glenn Miller – „Entschuldigen Sie, ist das der Zug nach Kötzschenbroda1946 besang. Alt-Kötzschenbroda ist ein nettes Dorf – heute Stadtteil von Radebeul -, in dem es viele schöne Lokale gibt, die zum Verweilen einladen. Auch schon in alter Zeit soll der Ort als Naherholungsziel der Dresdener gegolten haben.

Hier schauen wir uns gründlich um und verweilen lange in der evangelischen Friedenskirche und besteigen ihren Turm um einen Ausblick in die schöne Landschaft bei schönem Wetter zu geniessen. Nun fahren wir weiter nach Radebeul. Am interessantesten in Radebeul ist natürlich Karl May. Schon als Schüler habe ich seine Bücher verschlungen, manche schon damals mehrfach gelesen (alles aus der Schülerbücherei) – heute frische ich meine Erinnerungen zuweilen auf und lese Bände, die ich aus dem Gesamtwerk des Schriftstellers noch nicht kenne. Wir besuchen zum zweiten Mal das Karl-May-Museum; es hat sich seit der Wende 1989 viel zum Positiven geändert.

Nach diesem Museumsbesuch müssen wir nicht lange fahren, um schon das Weichbild der Stadt Dresden vor uns auftauchen zu sehen. Da wir schon öfters in Dresden waren und alles Wichtige besichtigt haben, beschließen wir uns nur noch einmal den Zwinger bei herrlichem Sonnenschein und die Frauenkirche anzuschauen. Erwartungsgemäß herrscht in der Dresdener Innenstadt Touristen-Remmi-Demmi. Wir mischen uns unter die Menge und frischen unsere Erinnerungen auf.

Weiter geht es am Elbeufer nach Südosten durch etliche Vorstädte. In Laubegast fahren wir an einer Eisdiele vorbei, wo wir noch kurz vor der mittäglichen Siesta ein Eis ergattern können, danach wechseln wir mit der Fähre auf das andere Elbufer, um uns Schloss Pillnitz (von außen) anzuschauen. Die Stadt Heidenau, die durch rechtsradikale Ausfälle von irregeleiteten Chaoten negative Schlagzeilen hervorgerufen hat, lassen wir auf unserer Route rechts (!!!) liegen.

Kurze Zeit darauf erreichen wir Pirna, das wiederum auf der linken Seite der Elbe liegt. Hier besichtigen wir die Stadtkirche St. Marien und fahren auf unserer Besichtigungstour auch am Kloster vorbei.

Von Pirna müssen wir nicht mehr lange zu unserem Quartier in der Stadt Wehlen radeln. Die Landschaft ist traumhaft! Die Elbe schlängelt sich nun durch ein relativ enges Tal, die Talhänge sind meist bewaldet – wir haben Glück: das Wetter ist herrlich!

Im Hotel bekommen wir noch einen tollen Tipp für unser Abendessen: der Wehlener Elbpegel bietet hervorragende regionale Küche zu günstigen Preisen.

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