E-Bike Touren im Naturpark Frankenwald

Ein Kurzurlaub führte uns kürzlich wieder in den malerischen Naturpark Frankenwald, genauer gesagt in die Gegend um die charmanten Städtchen Naila und Bad Steben. Früher oft liebevoll als ‚Rentnergebirge‘ belächelt, ist die Region heute ein echtes Paradies für E-Bike Touren im Naturpark Frankenwald.

Als radelnder Ruheständler hat mich dieser Ausflug auch ein Stück zurück in meine Jugend geführt. Doch diesmal wollten wir die Hügel nicht zu Fuß, sondern sportlich auf zwei Rädern erkunden. Wer entspannt Radfahren im Frankenwald mit dem E-Bike möchte, findet hier die perfekte Mischung aus Naturerlebnis und Zeitgeschichte.

In diesem Bericht nehme ich Sie mit auf unsere Touren über den Bahnradweg Naila-Schwarzenbach, durch das wildromantische Höllental und zu einer beeindruckenden Grenzerfahrung am Grünen Band im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth. Hier sind meine Tipps und Erfahrungen für alle, die das Mittelgebirge aktiv und genussvoll ‚erfahren‘ wollen.“

Bahnradweg Naila-Schwarzenbach am Wald

Bahnradwege sind für Radler immer eine willkommene Sache, weil man davon ausgehen kann, dass auf ihnen keine großen Höhenunterschiede überwunden werden müssen. Deswegen nahmen wir uns diese Tour als Einstieg vor, weil wir uns als Flachlandtiroler zunächst einmal an ungewohntes Gelände gewöhnen wollten und weil die Gegend mich zurück in meine Jugendzeit führte. Genau hier haben wir damals unsere Ferien verbracht.

Auf dieser 49 km langen Tour fuhren wir meist auf asphaltierten Wegen, häufig aber auch auf Landstraßen, die nicht immer von Radwegen begleitet wurden. Der Bahnradweg war völlig autofrei, dafür ging es stetig bergauf. Dank der elektrischen Unterstützung war das nicht so problematisch, die Anstrengung wurde durch herrliche Ausblicke ins Tal belohnt.

Von Schwarzenbach am Wald radelten wir weiter nach Bad Steben über Issigau nach Unterklingensporn zurück. Bad Steben hatten wir vor einigen Jahren schon einmal besucht, sodass wir hier keine Lust hatten, erneut eine Stadtbesichtigung durchzuführen. Auch das Spielkasino der Kurstadt übte keinen besonderen Reiz auf uns aus.

Radtour durch die Hölle zum Deutsch-Deutschen Museum

Die Radwanderung sollte uns durchs Höllental führen. Dieses tief eingeschnittene Tal erstreckt sich entlang des Flusses Selbitz. Kommt man von Naila, kann man vor dem Eintritt in das Tal an einem Brunnenhäuschen den Höllensprudel genießen. Ich kann davor nur warnen! Als junger Mann habe ich einmal ca. einen Liter Höllensprudel direkt aus der Quelle zu mir genommen: Auf meiner Wanderung durch das Tal verspürte ich plötzlich einen enormen Drang mit nicht geahnten Folgen… Ich erspare mir den weiteren Bericht (obwohl er durchaus lustig ist).

Dummerweise sind wir diesmal am Brunnenhäuschen vorbeigefahren, ohne es wahrzunehmen. Ich hätte es gern noch einmal ausprobiert.

Diese Velo-Tour war mit 51 km etwas länger, aber deutlich abwechslungsreicher. Zunächst ging es immer an der Straße entlang nach Hölle, von wo wir auf einem geschotterten Weg entlang der Selbitz durch das Höllental gelangten. Natur pur! Da wir schon relativ früh unterwegs waren, begegneten uns nur wenig Joggerinnen und einige wandernden Ruheständler. Die Ruhe und das stetige Plätschern der Selbitz übten einen meditativen Einfluss aus.

Bald kommen wir im Ort Blechschmidtenhammer an, wo es eine Niederlassung des Naturparkzentrums Frankenwald gibt, die aber zurzeit nicht personell besetzt ist. Hier kann man u. a. eine Dampfspeicherlok mit einigen Waggons bewundern. Wir befanden uns nun an der ehemaligen Grenze zur DDR.

Wir erreichen bald Rudolphstein. Dieser Ort war der westliche Grenzübergang auf der A9 von Bayern nach Thüringen, das östliche Pendant war der Ort Hirschberg. Von einer Straßenbrücke können wir auf das Brückenrestaurant über die A9 sehen, das für uns Berliner immer ein großes Aufatmen hervorrief, die lange Fahrt durch die DDR endlich überwunden zu haben.

Kurze Zeit später gelangen wir nach Hirschberg, dem östlichen Gegenstück. Bevor die Saalebrücke 1966 nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder eröffnet wurde, wurde der Verkehr über die Grenzübergangsstelle Töpen-Juchhöh umgeleitet. Daran kann ich mich auch noch dunkel erinnern.

Schließlich erreichen wir den Ort Mödlareuth mit seinem Deutsch-Deutschen Museum. Hier wird auf eindrucksvolle Weise dargestellt, wie sich ein Dorf, das durch die deutsch-deutsche Grenze zerschnitten wurde, durch die Zeit des Kalten Kriegs bis heute entwickelt hat.

Wir haben die Ausstellung schon einmal vor ca. zehn Jahren besucht und konnten feststellen, dass sich – besonders im Außenbereich – sehr viele positive Veränderungen ergeben haben. Wir haben sehr viel Zeit in diesem Museum verbracht, weil die deutsch-deutsche Trennung einen Großteil unseres Lebens beeinflusst hat.

Unterkunft

Für die kurze Zeit haben wir dennoch eine Ferienwohnung gebucht, um unabhängiger zu sein. Mit dem Hammerschloss Unterklingensporn haben wir einen guten Griff getan: sehr freundliche Wirtsleute, Biohof mit Galloway-Rindern, geschmackvolle Einrichtung u. v. m.

Fazit

  • Die E-Bike Touren Frankenwald führten uns durch malerische Landschaften von Naila und Bad Steben.
  • Der Bahnradweg Naila-Schwarzenbach am Wald war autofrei und bot zahlreiche schöne Aussichten.
  • Die zweite Tour durch das Höllental war abwechslungsreich und meditativ mit viel Natur pur.
  • Das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth zeigte eindrücklich die Geschichte der Teilung Deutschlands.
  • Wir haben in einer Ferienwohnung im Hammerschloss Unterklingensporn übernachtet, was sich als sehr angenehm herausstellte.

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