Vom Rennsteig zum Mittellandkanal

3. Etappe: Walldorf – Kieselbach

Walldorf liegt ja etwas entfernt vom offiziellen Radweg, sodass wir zunächst wieder auf unsere originäre Route Radeln müssen. Unser nächster Stopp ist nicht weit entfernt: Wasungen. Die Stadt liegt an einem Hang des Werratals, und um zu den interessanten Sehenswürdigkeiten zu gelangen, müssen wir zunächst die stark befahrene  B19 queren und dann unsere Räder bergauf schieben. Hier schauen wir uns die Kirche Trinitatis an, von der man einen schönen Überblick auf die alte Fachwerkstadt hat.

In Breitungen sind die Basilika und das Renaissanceschloss interessant. Inzwischen trübt sich das Wetter ein bisschen ein, wir durchfahren eine Teichlandschaft und gelangen nach Bad Salzungen. Schon der äußere Anblick des Kurhauses, an dem direkt der Radweg vorbeiführt, lässt Nostalgie aufkommen: ein richtig schöner, alter Kurort mit einem klassischen Kurhaus und einem – ziemlich kleinen – Kurgarten.

Der Kurgarten wird von dem mächtigen Gradierwerk umgeben. Wir begeben uns ins Kurhaus und lösen eine Karte für eine Anwendung im Gradierwerk und den angrenzenden Inhalationsstationen. Wir flanieren entlang des Gradierwerks und atmen die salzhaltige Luft ein und begeben uns in verschiedene Räume, in denen die salzhaltige Sole in unterschiedlichen Verfahren zerstäubt eingeblasen wird. Dort ist es ganz schön neblig! Noch Stunden später haben wir den Salzgeschmack im Mund. Aber die Atemwege sind – gefühlt – freier.

Um zu unserem heutigen Etappenziel zu gelangen, müssten wir auf der offiziellen Route einen nicht unbedeutenden Höhenunterschied überwinden; als Alternative wird ein Naturweg angeboten. Wir haben heute keine große Lust mehr, bergauf zu fahren, und wählen den naturbelassenen Weg, der sich als ein normaler Feld- und Waldweg entpuppt, den wir natürlich gern bis Kieselbach fahren. Die Burg auf dem Berg sparen wir uns.  😉

In Kieselbach steigen wir im Landhotel Zur Krone ab. Es sieht unscheinbar aus, aber wir fühlen uns wohl, weil sich recht schnell ein netter Kontakt zum Wirt ergibt. Das Essen ist Hausmannskost und sehr schmackhaft.

4. Etappe: Kieselbach-Creuzburg

Der heutige Tag verspricht nicht schön zu werden: dunkle Wolken hängen am Himmel während wir am Frühstückstisch bei Marmelade aus eigener (Garten-) Produktion sitzen.

Und in der Tat verhält es sich so: kaum haben wir uns auf die Reise gemacht, fängt es an zu regnen – richtig stark. Wir ziehen uns die Regenkleidung an und fahren los. Gnadenlos!

Heute geht es durch das Kali-Bergbaugebiet. Hier gibt es eigentlich eine ganze Menge zu sehen. Aber da das Wetter nicht mitspielt, verzichten wir auf jegliche Besichtigungen und fahren erst einmal zu unserem nächsten Ziel.

In Vacha drehen wir eine Ehrenrunde über den Marktplatz und fahren weiter. Interessant wird die Gegend jetzt, weil hier die Kali-Abbaugebiete liegen. Leider regnet es immer weiter, dass wir beschließen, nichts weiter zu besichtigen und versuchen, einigermaßen unbeschadet unser Ziel für heute zu erreichen. Ziemlich zum Schluss unserer heutigen Etappe liegt der Ort Herleshausen, der Westberliners als ehemaliger Grenzübergang auf der Autobahn nach Hessen bekannt sein dürfte. Wir umfahren ihn aus zwei Gründen:

  • auf der Karte ist ein ordentlicher Anstieg zum Ort verzeichnet
  • die Autobahn ist in nächster Nähe zum Radweg – das brauchen wir nicht.

Kurz vor Creuzburg, unserem heutigen Etappenziel, hört der Regen auf. Inzwischen mussten wir auch schon einmal bei Nieselregen einen Reifen flicken…

Das freut uns sehr, denn kurz vor Creuzburg liegt das Stiftsgut Wilhelmsglückbrunn. Es handelt sich hier um ein Bio-Hotel mit allem Drum und Dran, es gibt auch einen  Hofladen, den wir nach einer Tasse Kaffee in herrlichem Sonnenschein auf der Schlossterrasse aufsuchen und uns mit okologisch wertvollen und sinnvollen Geschenken für unsere Lieben daheim bestücken (ohne unser Gepäck übermäßig zu belasten).

Sehr freundlich werden wir am Ziel von der Chefin der Pension Heinemann empfangen, die uns gute Tipps für das Abendessen gibt. Am Abend unternehmen wir noch eine Besichtigungstour, auf der  wir uns die Creuzburg und den historischen Stadtkern anschauen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.